Kinderpornoverdacht ist der Hitlervergleich von heute.
(Differenzierter über den Umgang der politischen Elite mit den digitalen Bürgern schreibt das Provinzblog.)
Monday, April 13. 2009
Folterfeier
Aus aktuellem Anlass: Lesebefehl. Und dann helft die Bezahlung von kirchlichen Obermuftis aus Steuergeldern - NICHT aus Kirchensteuer wohlgemerkt! - abzuschaffen. Und wenn das nächste mal jemand sagt, ohne den Führer gäbe es keine Autobahnen, dann vergesst nicht hinzuzufügen: Ohne den Führer, würden die Bischöfe ihr Gehalt nicht vom Staat geschenkt kriegen.
Posted by gegenglueck
in chefkasper, gelesen, sonst noch, wegbleiben
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15:59
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Thursday, March 12. 2009
Lügenmärchen
Ich weíß, ich weiß: hätte ich nicht tun sollen. Aber da bei meiner Lieblingssportart nun mal viele Pausen und Auszeiten vorkommen, habe ich gezappt. Mitten rein in die Berichte über den Amoklauf. Und egal welcher Sender, egal welche Sendung, einfach ÜBERALL wiederholen, sie die Scheiße, die der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech heute in seiner Pressemitteilung verzapft hat. Das die Tat nämlich angeblich im Internet angekündigt war. Nur ist der Innendepp getrollt worden und der Spiegel hat's brav wiedergekäut. Soweit, so schlecht. Aber muss man noch Stunden, nach dem das bekannt wurde, immer und immer wieder denselben Unfug wiederholen? Inzwischen (23:00) scheinen sie das aber langsam zu merken .... Und die Spezialisten von der Polizei erklären, sie fragten gerade beim Serverbetreiber in den USA an, wann der Eintrag genau erschienen sei. Also der, den es gar nicht gab. Scheint mir logisch. Aber nicht vergessen, dass dann auszudrucken.
Ach ja: und dann auch noch durch einen unmöglichen Wurf in der letzten Sekunde verloren.
Ach ja: und dann auch noch durch einen unmöglichen Wurf in der letzten Sekunde verloren.
Thursday, February 21. 2008
250 Gramm Blutwurst auf dem Weg zurück in den Stall
Das gesamte Paket Liebe scheitert daran, dass sich Wörter aufdrängen wie "für immer" oder "die Frau meines Lebens" oder "Traummann" oder der ganze Rest des fauligen abgehalfterten Modder.
Ich war gestern im Westwerk, wo die "erste europäische Lesung aus einer Schrankwand" namens Opeckta stattfand. Jens Rachut nebst Begleitung durch nicht ganz Unbekannte (Infos und mehr Termine bei Trümmer) machen was, das keine klassische Lesung ist, vielleicht kein Theater sein will aber fast so laut wie ein Konzert daherkommt. Teilweise als Liveübertragung aus den dunklen Bereichen der Schrankwand auf die Videoleinwand. Versatzstücke aus dem Hörspiel "Der Seuchenprinz", orgeluntermalte Songs von Oma Hans / Kommando Sonne-nmilch, Videoschnipsel, holländischen Fussballübertragungen ... das Publikum begleitet einen Angestellten vom Tod, eine für immer Schwangere und die wahrscheinlich einzige Liebhaberin der Stresemannstraße durch den Trümmerhaufen der menschlichen Existenz.
Die z. T. bekannten Songs bekommen hier im Licht der Grubenleuchten und im Zusammenhang mit den restlichen Texten nochmal eine ganz andere Intensität, was wieder mal deren Einzigartigkeit unterstreicht. (Man stelle sich mal den Normalpunksänger vor, wie er seine Texte solo oder nur mit dezenter Begleitung durch die Orgel von sich gibt. Vermutlich wäre das ziemlich armselig.) Nein, wir sind nicht zu alt für Punk, wir sind nur alt genug zu wissen, dass Punk nicht das immerwährende Abspulen der gleichen drei Akkorde ist. Während damit zu Zeiten des Punkhypes sogar Geld zu verdienen war (ist?), drohte in Vergessenheit zu geraten, dass da draußen nichts ist.
Jens Rachut spricht unmissverständlich Dinge aus, die sich andere nicht zu denken trauen. Weil's dann nämlich ganz traurig wird. Das kleine Glück, die vermeintlich netten Gesten, es läuft immer auf das depremierende gleiche hinaus:
Er landet irgendwo zwischen Siechtum und Tod, und zwar genau in der Mitte. Und so wird es vielen gehen. Außer denen, die Glück haben oder Geld. Beides passiert selten. Die meisten arbeiten und schlafen. Oder umgekehrt.
Einzig dem Organisten wird der Herzenswunsch erfüllt, aber dann ist das Glas leer.
(Nicht nur) zum Schluss heißt es: "Adios, ihr Pfeifen!" - Wer noch kann, sollte Opeckta nicht verpassen.
Monday, December 24. 2007
Zwischen den Stühlen ...
Ich habe genau heute vor 17(?) Jahren das letzte Mal "Die Zeit" gelesen. Das weiß ich deshalb so genau, weil ich im Flugzeug nach Zypern sass und mich bei meiner Sitznachbarin entschuldigen musste, als ich vor Wut über das Gelesene in die Tischplatte biss. Ich glaube nicht, dass ich seitdem was vermisst habe. Heute bin ich über das Blog von Geert Lovink versucht gewesen, den Onlineauftritt des Drecksblattes aufzusuchen, aber zum Glück gibt es das Interview auch beim Interviewten selbst.
Vermarktungsdruck für die deutsche Übersetzung von "Zero Comment" (hiermit zur Reiselektüre für Februar erkoren)? Keine Ahnung, ist mir auch egal. Es ist ein Verdienst von Lovink, zwischen den Stühlen zu stehen: zwar sieht und gewisserweise begrüßt er den rasanten Verfall der "alten Medien", aber genauso hat er einen kritischen Blick auf die Blogosphäre. Dafür kassiert er dann schonmal von dort negative Kritiken, wobei diese sich gleich wieder selbst disqualifiziert: Lovink muss man ja nicht kennen, aber der gute Mann ist Jahrgang 1959, was sogar im Zeitartikel steht, und mitnichten zu jung für das Usenet. Seine Biographie und bisherigen Aktivitäten/Texte sprechen auch deutliche andere Worte. Hier schießt sich das "schnelle Blog" dann eher selbst ins Knie ... (wobei ich nicht behaupten würde, die alten Medien würden die längere Reaktionszeit immer für gründliche Recherchen nutzen).
Medientheorie, die nicht kritisch mit allen Medien umgeht, ist nichts wert. Allerdings ist heutzutage mein Interesse an einer Kritik von Printmedien oder klassischem TV zugegebenerweise begrenzt. Um neue Medien, zu denen unter anderem und unausweichlich Blogs zählen, geht es. Wenn diese Medien nur ein unerträgliches Grundrauschen erzeugen, in dem die individuellen Beiträge unter der Wahrnehmungsschwelle bleiben, und sich daraus ein bunter, aber langweiliger Massenbrei zum Wohle der Großkonzerne ergibt, dann darf man daraus auch Konsequenzen ziehen und sagen: "Das ist Scheiße."
Um all das kritisch zu analysieren, bedarfs es dringend einer kritischen Medien-/Netztheorie, die erstmal vor nichts halt macht. Ein utopistischer Ansatz, Medien zur Emanzipation, Partizipation und Veränderung nutzen zu wollen, mag unpopulär sein, aber das macht ihn noch lange nicht falsch.
(Disclaimer: Hier gibt es keinen Counter und ich schaue mir auch meine Serverstatistiken äußerst selten an.)
Vermarktungsdruck für die deutsche Übersetzung von "Zero Comment" (hiermit zur Reiselektüre für Februar erkoren)? Keine Ahnung, ist mir auch egal. Es ist ein Verdienst von Lovink, zwischen den Stühlen zu stehen: zwar sieht und gewisserweise begrüßt er den rasanten Verfall der "alten Medien", aber genauso hat er einen kritischen Blick auf die Blogosphäre. Dafür kassiert er dann schonmal von dort negative Kritiken, wobei diese sich gleich wieder selbst disqualifiziert: Lovink muss man ja nicht kennen, aber der gute Mann ist Jahrgang 1959, was sogar im Zeitartikel steht, und mitnichten zu jung für das Usenet. Seine Biographie und bisherigen Aktivitäten/Texte sprechen auch deutliche andere Worte. Hier schießt sich das "schnelle Blog" dann eher selbst ins Knie ... (wobei ich nicht behaupten würde, die alten Medien würden die längere Reaktionszeit immer für gründliche Recherchen nutzen).
Medientheorie, die nicht kritisch mit allen Medien umgeht, ist nichts wert. Allerdings ist heutzutage mein Interesse an einer Kritik von Printmedien oder klassischem TV zugegebenerweise begrenzt. Um neue Medien, zu denen unter anderem und unausweichlich Blogs zählen, geht es. Wenn diese Medien nur ein unerträgliches Grundrauschen erzeugen, in dem die individuellen Beiträge unter der Wahrnehmungsschwelle bleiben, und sich daraus ein bunter, aber langweiliger Massenbrei zum Wohle der Großkonzerne ergibt, dann darf man daraus auch Konsequenzen ziehen und sagen: "Das ist Scheiße."
- Individuelle Homepages sind toll. Aber MySpace ist nichts weiter als die Aufgabe von technischen Freiheiten, die ein Standardblog bietet, zugunsten einer bunten Scheinwelt, in der man eigentlich nix mehr wirklich machen kann. Selbst ein einfacher Homepageselbstbaukasten eines Webproviders gibt mehr her.
- E-Mail ist großartig. Aber Googlemail ist eine (zugegeben: sehr gute) Software, die aber nur deshalb umsonst zur Verfügung gestellt wird, um User ausschnüffeln zu können. Google ist schon länger nicht mehr gut (moralisch, nicht technisch).
- Netzwerke sind hilfreich und haben optimalerweise Überschneidungen mit der realen Lebenswelt. Aber sollte man deshalb gegenüber den Datenschnüfflern von StudioVZ, Facebook, Xing und wie sie alle heißen, jegliche Vorbehalte verlieren und sein Privatsphäre aufgeben? Wofür denn?
- Wissen allgemein verfügbar zu machen und gemeinsam zu vertiefen ist der Hammer. Und Mediawiki ist eine freie und nützliche Software dafür. Aber wenn tatsächlich die Wikipedia am Ende von den Großkonzernen gefickt wird, ist das ein gigantischer Fehlschlag eines großartigen Ansatzes. (Remember: MS/Windows ist das Resultat eines ähnlichen Diebstahls.)
Um all das kritisch zu analysieren, bedarfs es dringend einer kritischen Medien-/Netztheorie, die erstmal vor nichts halt macht. Ein utopistischer Ansatz, Medien zur Emanzipation, Partizipation und Veränderung nutzen zu wollen, mag unpopulär sein, aber das macht ihn noch lange nicht falsch.
(Disclaimer: Hier gibt es keinen Counter und ich schaue mir auch meine Serverstatistiken äußerst selten an.)
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