- Auf vielen, vielen Leatherfacekonzerten - vermutlich erstmalig 1990 oder 1991 in der Fabrik - hatte ich Spaß.
- "Hans Harz für Punkrocker" - ein bisschen despektierlich, aber hinter der rauhe Stimme und dem Gebrate der Gitarren liegt doch die ein oder andere Popperle verborgen ...*)
- Leatherface "Mush" ist seit Erscheinen 1991 auf meiner Top 10-Liste. (Und über den Verlust meiner Mush-CD im Leihwagen habe ich bittere Tränen vergossen.)
Der Sound der neuen Platte klingt anders. Die manchmal nervtötende Snare aller alten Leatherfaceproduktionen (oder der von Frankie Stubbs produzierten Dackelblutalben) ist nicht mehr so im Vordergrund, insgesamt klingt das soundtechnisch ein bisschen sauberer und "moderner". Aber keine Angst: Es ist zweifelsfrei Leatherface, die markante Reibeisenstimme, die typischen Gitarrenwände - eine der wenigen Bands, die zwei Gitarristen rechtfertigen! -, das schmissig rumpelnde Schlagzeug, der immer präsente aber nie dominierende Bass ... alles wie gehabt. Die Texte transportieren eine Weltsicht, die man vielleicht auf "alles Mist, alles verlogen, ich habe mein Teil dazu beigetragen, aber ich bin immer noch am Leben. Fuck you." Eher melancholisch, als depressiv. Und macht trotzdem gute Laune. Ja, ich mag's.
*) Hier sagt es jemand freundlicher:
That voice is still a fucking treasure – Tom Waits meets Lemmy in a dinghy on the Tyne – but I amuse myself thinking about the kind of pop that it smuggles past even hardened punx. You can, without trying too hard, dig up a blatant thread of The Police in their sound. (Gavin Leech, Music Vice)


